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Neues Mitglied aus Bayern (Weblog Nitram)

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Fahrzeug - Nitram
Fahrzeug : Volkswagen Touran 4-Zylinder Turbomotor 140PS Diesel 6,04 (l / 100 Kilometer)
Farbe : Indigoblau
Tachostand : 200000 Kilometer
Kaufpreis : 30000 EUR
Gesamtanzahl Modifikationen / Wartungen : 6
Ausgaben insgesamt : 786 EUR
Beschreibung : Besitze den Touran seit seiner Erstzulassung und pflege ihn nun, damit er so lange wie möglich noch fährt. Der Motor kommt aus der "gefürchteten" BKD Motorreihe und wird durch ein 6 Gang DSG untersetzt. Technisch gut in Schuss.
Weblog - Nitram
Beitrag17-02-2017, 15:24    Titel: Neues Mitglied aus Bayern Antworten mit Zitat

Hallo liebe Community ich bin neu hier und wollte gleich mal etwas über mein Auto berichten. Wenn ihr meinen "Lebensweg" mit meinem Touran lest werdet ihr bestimmt verstehen warum ich zu diesem Forum gekommen bin icon_biggrin.gif

Mein Vater kaufte sich 2004 einen Touran mit dem 2.0 FSI, jedoch hatte er seiner Meinung nach nicht genug Durchzug. Kein Wunder, es waren nur 115 PS und ohne Aufladung. Dann hat er sich dafür entschieden ihn gegen einen 2.0 TDI mit 16 Ventilen einzutauschen. Mit dieser Motorisierung war er dann auch voll zufrieden. Zur Trendline Ausstattung gehörte neben dem 2.0 TDI 16V Motor das 6-Gang DSG, Xenon Scheinwerfer, eine Climatronic und 7 Sitze. Ansonsten ist alles im Grunde gesehen Serienausstattung. Dieser Touran hatte jedoch von Anfang an kein leichtes Leben: nicht der Familieneinsatz machte ihm zu schaffen, sondern die ständigen Kurzstrecken, die mein Vater damit zur Arbeit gefahren ist. Zum Glück hat das Auto keinen Dieselpartikelfilter, der wäre sonst sehr früh schon fällig gewesen. Obwohl dieser Touran den schon fast "berüchtigten" 2.0 TDI mit dem Motorkennbuchstaben BKD hat, musste er noch nie wegen einem seriösem technischen Problem in die Werkstatt. Weder die etwas gehäuft auftretenden Risse im Zylinderkopf oder ein zerrissenes Zweimassenschwungrad, noch irgendwelche anderen schwerwiegenden Probleme sind je bei uns aufgetaucht.
Zugegeben muss man sagen, dass er auch nie ohne Schäden durchs Leben gefahren ist: Neben ein paar Reparaturen an die ich mich nicht richtig erinnern kann, weil ich nicht älter als 10 war, war das erste Problem an das ich mich erinnern kann ein Problem mit der Climatronic irgendwo im Jahre 2013. Denn diese heizte ab und zu auf maximaler Stufe, egal ob es -10°C oder +30°C Außentemperatur hatte. So hilflos und loyal wie wir damals mit den Autos waren sind wir zu unserer Vertragswerkstatt gefahren. Die haben kurzerhand den Klimakompressor getauscht, was nicht gerade billig war. Jedoch löste dieser Tausch nicht die Probleme und so fuhren wir wieder zur Werkstatt und die tauschten den Kompressor nochmal. Nachdem auch dies wieder nichts brachte versuchten wir einfach eine Zeit lang damit zu leben bis wir den Mut hatten die Sache selbst anzugehen: Wir entfernten die Kontrolleinheit im Innenraum an der auch der Temperatursensor angebracht war und untersuchten die Kontakte die zum Temperaturfühler führten. Und tatsächlich waren zwei von den drei Kontakten, anscheinend aufgrund Materialermüdung abgebrochen, sodass nur noch ein Wackelkontakt war. Wieder angelötet funktionierte die Climatronic wieder wie früher. Man kann sich wohl denken was ich danach von dieser Werkstatt gehalten habe, nachdem sie mir an die 1000€ für unnötige Reparaturen abgeknöpft haben, worauf selbst ein Laie wie ich gekommen wäre.
Nach diesem Problem brachen dann 2014 beide Federn Hinten unten am Ansatz, wahrscheinlich aufgrund der ständigen hohen Beladung. Nichts wofür ich weder VW noch irgendwen die Schuld gebe, ist nunmal normal für so ein Auto meiner Meinung nach. Ein Jahr später waren auch die hinteren Stoßdämpfer hin und wurden getauscht.
2015 war auch das Jahr ab dem der Touran erste Alterserscheinungen zeigte: Zuerst ging die Heckklappe nicht mehr auf was sich als eine kaputte Feder im Schloss erweiste und das ganze Schloss kurzerhand selbst getauscht wurde. Dieses Schloss könnte sozusagen der Beginn meiner Geschichte als DIY Mechaniker beschreiben, denn ab diesem Zeit habe ich alles versucht um die Werkstatt zu umgehen. Im selben Jahr war endlich der Drang dazu da die "Karre", wie ich sie gerne nenne, auf Vordermann zu bringen.
Erster Schritt dazu war den Zuheizer, der ja bekanntlich zwangsweise irgendwann aufgeben muss, zu reparieren. Nachdem ich aber leider keine Garage oder etwas ähnliches habe in der ich genug Platz hätte das Auto auseinander zu nehmen war ich gezwungen es in eine freie Werkstatt zu geben. Da der Zuheizer nicht wirklich reparabel und das Steuergerät von ihm auch hinüber war, tauschten sie ihn einfach komplett aus. An dieser Stelle möchte ich gleich einen kleinen Tipp geben wie ihr ihn länger am Leben erhalten könnt oder sogar eine Reparatur/Austausch euch komplett sparen könnt: Der Zuheizer springt immer unter +5°C an, sobald ihr den Motor startet. Um etwaige Verkokungen, die auch das Problem bei mir waren zu verhindern müsst ihr den Zuheizer mindestens 30 Minuten laufen lassen, also mindestens 30 Minuten den Motor laufen lassen. Da dies aber natürlich nicht immer möglich ist gebe ich gleich noch einen weiteren Tipp: Man kann den Zuheizer nämlich bei den meisten Tourans ganz einfach ausschalten. Und zwar müsst ihr einfach bevor man den Motor startet die Taste ECON drücken, die auf der Climatronic Einheit sitzt. Es muss jedoch jeder selbst ausprobieren, weil ich nicht weiß ob VW bei anderen/späteren Modellen andere Zuheizer verbaut hat und diese Leitung zur Climatronic weggelassen hat. Das könnt ihr relativ einfach prüfen indem ihr einmal bei einer Temperatur unter +5°C die Taste drückt (das Tastenlicht muss leuchten), den Motor startet und das Ohr an den Stoßfänger vorne rechts auf der Höhe der Radnabe legt. Ihr werdet bei eingeschaltetem Zuheizer nach etwa ein bis zwei Minuten ein Fauchen hören, ähnlich wie ein Gasbrenner. Schaltet man den Zuheizer mittels ECON Taste aus hört man selbstverständlich das Fauchen nicht mehr. Das Auto braucht dann zwar länger zum warm werden, aber die paar Minuten die der Motor länger zum aufwärmen braucht sind noch lange nicht so schädlich als wenn man für 1000€ den Zuheizer tauschen lässt.
Nachdem nun der Zuheizer funktionierte trat ein neues Problem auf: Die Karre qualmte unter Last fürchterlich schwarz. Nach ein wenig Recherche und logischem Denken gab es zwei Möglichkeiten: Entweder zu viel Diesel oder zu wenig Luft. Als Erstes bauten ich und mein Bruder das Abgasrückführungsventil (=AGR) aus und reinigten es, da es ziemlich voll mit Öl und Ruß war. Dies hat jedoch nur ein wenig mehr Durchzug gebracht, aber das Qualmen nur sehr leicht reduziert. Da das AGR per Unterdruck gesteuert wird hatten wir die Unterdruckpumpe in Verdacht und tauschten diese selbst im Vorhof unseres Hauses. Dabei fiel uns auf, dass der Diesel der aus der Pumpe in den Motor ging schwarz war. Schuld daran war die alte Tandempumpe, die für Dieselförderung, Unterdruck und als Ölpumpe dient und durch ihr Alter im Inneren undicht war und somit Öl in den Diesel lief. Leider löste dies zwar ein Problem, aber das Problem mit dem Qualm wurde damit nicht behoben. Die Werkstatt riet mir daraufhin dazu den Luftmassenmesser zu tauschen, da dieser mit der Zeit (ca. nach 120000 Km) meist den Geist aufgibt. Dies lies ich auch machen, da dies vom Arbeitsaufwand fast nichts kostet. Wieder jedoch nur bedingt eine Besserung. Dann hatten wir aus irgendeinem Grund die Kurbelgehäuseentlüftung (=KGE) im Ventildeckel im Verdacht und da man ihn nicht aus dem Ventildeckel ausbauen kann und eine Reinigung die KGE wahrscheinlich nur zerstört tauschten wir auch den Ventildeckel im Hof aus. Dabei fiel uns auf, dass die Stromversorgung zu einer Glühkerze unterbrochen war weil der Stecker nicht auf der Glühkerze steckte. Damit hat sich die Kaltstartproblematik auch noch gelöst, aber wie so oft leider keine Besserung beim Qualm. Nach diesen frustrierenden Reparaturen machten wir den letzten Versuch: Wir wollten den Ladeluftkühler reinigen, da ich eine Verstopfung vermutete, die dann dazu führt, dass zu wenig Luft in den Motor kommt. Nach dem Ausbau der Frontpartie und näherer Untersuchung des Ladeluftkühlers offenbarte sich das Problem. Der Ladeluftkühler war regelrecht geplatzt, durch die Öldämpfe war der Kühler dermaßen verstopft, dass sich die obersten Luftwege aufgeblasen haben und einige sogar gerissen sind. Nachdem wir ihn wieder im Vorhof getauscht haben erwachte der Motor regelrecht zu neuem Leben. Wir haben einfach mit der Zeit nicht bemerkt wie er an Leistung wegen all den kleinen Mängeln verloren hat und nun fühlt er sich wieder wie neu an. Ein sehr schöner durchzugsstarker Dieselmotor. Vielleicht hat er mit dem Alter an Pferdestärken verloren, aber der Gewinn an Leistung aus all den Reparaturen ist enorm.
Nachdem ich nun auf den Geschmack von Leistungsoptimierung gekommen bin nahm ich mir vor die Ansaugbrücke/-krümmer zu reinigen. Erstaunt darüber wie viele Verkokungen dort anfallen können verspürte ich nach der Reinigung aber nur einen marginalen bis gar keinen Leistungsgewinn. 2016 habe ich mich endlich entschieden meinen Zuheizer zu einer Standheizung aufzurüsten, damit der Motor schön warm ist wenn ich losfahre und natürlich weil ich ab jetzt nicht mehr Scheibenkratzen muss. Dafür habe ich mir hier aus **** ein Kit zur Aufrüstung besorgt und eingebaut.

Man möge jetzt nach diesem "Leidensweg" meinen ich hasse dieses Auto, aber nichts dergleichen aus ein paar Gründen. Zum ersten hänge ich sehr emotional an diesem Auto, es ist sozusagen das Erbstück der Familie. Mein Vater hat es gekauft und nun habe ich mit meinen 18 Jahren sozusagen dieses Auto übernommen, wie manche Menschen eben ihrem Sohn ihre Uhr vermachen. Zum anderen muss man sagen, dass trotz all dieser Mängel dieser Touran noch NIE liegen geblieben ist, noch NIE. Und ich finde dass ist das Zeichen für ein gutes Auto: Jedes Auto darf mit dem Alter Probleme bekommen, solange sie reparabel sind. Man muss eben akzeptieren, dass kein Auto heutzutage für die Ewigkeit gebaut ist. Meiner Meinung nach bedeutet das Jahr 2010 das letzte Jahr in dem Autos gebaut wurden, die mindestens 15 Jahre halten. Der letzte Grund warum ich meinen Touran mag ist weil ich ihn selbst repariert habe: Manche kennen bestimmt das Gefühl wenn man etwas schafft, obwohl man davor dachte, dass es unmöglich ist es selbst zu machen. Genau dieses Gefühl habe ich jedes mal, wenn ich in dieses Auto steige. Ich kenne fast jede Schraube an diesem Auto, weiss was ihm fehlt und weiss ganz genau, dass ich alles an diesem Auto reparieren kann ohne sofort in die Werkstatt fahren zu müssen. Dieser Touran hat etwas was jedes gute Auto haben muss und was jeder gute Autobesitzer zu seinem Auto aufbauen muss. Es hat eine Seele und man muss zu dem Auto ein Verhältnis, eine Beziehung aufbauen. Ganz ehrlich, jeder der zu seinem Auto keine Beziehung hat, der hat es nicht verdient ein Auto zu fahren, mit Ausnahme eines Prius icon_smile.gif
Was ich in Zukunft mit diesem Touran machen werde? Ganz einfach: Am Leben erhalten. Mein ehrgeizigstes Ziel ist die H-Zulassung und ich bin zuversichtlich, dass ich das schaffe.

Wenn irgendjemand Fragen zu dem hat was ich an meinem Touran gemacht habe oder vielleicht eine andere Frage zu diesem Wagen hat kann mich gerne kontaktieren.

Fotos reiche ich noch nach, auch ein paar meiner Reparaturen.

Gruß Martin


Zuletzt bearbeitet am 17-02-2017, 15:35, insgesamt 1-mal bearbeitet.
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